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Handlungsmöglichkeiten und -grenzen

Was Sie für spielende Betroffene tun können

Die Möglichkeiten, Einfluss auf das Spielverhalten an sich zu nehmen, sind für Angehörige gering. Dennoch gibt es verschiedene Hilfestellungen, die Sie den Betroffenen geben können. Es ist z.B. in vielen Fällen für Betroffene wichtig, professionelle Hilfe zu nutzen. Vielen fällt dieser Schritt unglaublich schwer. Hier können Sie gut unterstützen: Ermutigen Sie die Betroffenen, professionelle Hilfe in einer Suchtberatungsstelle oder einem anderen Hilfeangebot in Anspruch zu nehmen (Hilfe für Menschen mit Glücksspielproblemen).

Sollten die Betroffenen selbst (noch) nicht dazu bereit sein, an ihrem Glücksspielverhalten etwas zu ändern und/oder Hilfe anzunehmen, können Sie diese Hilfen auch unabhängig davon für sich selbst nutzen.

Auf die Entscheidung, ob die Betroffenen spielen gehen oder nicht, können Sie keinen Einfluss nehmen. Es gibt keine „Tricks“ oder „Taktiken“, jemanden vom Spielen abzuhalten, jemanden davon zu überzeugen, mit dem Spielen aufzuhören oder sich in eine Beratung oder Behandlung zu begeben.

Auch wenn es Ihnen schwerfällt: Es ist sehr wichtig, zu wissen und zu akzeptieren, dass man das Suchtverhalten eines anderen Menschen weder kontrollieren, noch heilen kann. Angehörige von Menschen mit einer Suchtproblematik laufen oft Gefahr, bei dem Versuch zu helfen, selbst „auszubrennen“ und selbst Probleme zu bekommen. Bei ihnen kreisen die eigenen Gedanken und das eigene Leben oft nur noch um die Suchterkrankung der spielenden Angehörigen. Die eigene Lebensqualität wird dabei stark in Mitleidenschaft gezogen. Deswegen gibt es auch für Sie spezielle Hilfs- und Unterstützungsangebote (Wo finden Sie selbst Hilfe?).

Obwohl die Möglichkeiten, die Angehörige von Menschen mit Glücksspielproblemen auf deren Spielverhalten nehmen können, sehr begrenzt sind, gibt es Möglichkeiten, mit der Situation so umzugehen, dass der entstehende Schaden begrenzt wird und Betroffene möglicherweise eine Veränderungsbereitschaft entwickeln können.

  • Auch wenn das gerade am Anfang für beide Seiten schwer sein kann, ist ein offener und direkter Umgang mit der Problematik wichtig, um eine Verbesserung zu ermöglichen. Sprechen Sie die Betroffenen direkt an. Schildern Sie ihnen Ihre Situation und Bedenken. Helfen Sie nicht dabei, das Problem zu verheimlichen oder zu verharmlosen.
  • Setzen Sie klar Ihre Grenzen, und fordern Sie deren Einhaltung ein.
  • Die Verantwortung für ihr Leben sollten nach wie vor die spielenden Betroffenen selber tragen. Manch gut gemeintes Verhalten kann deswegen nachteilig sein. Es ist beispielsweise in der Regel keine Hilfe, Betroffenen Geld zu leihen oder deren Schulden zu übernehmen. Es gibt professionelle Schuldnerberatungsstellen, die Sie empfehlen können.
  • Genauso ist es meist nicht hilfreich, Betroffenen Aufgaben oder Verpflichtungen abzunehmen oder für sie zu lügen. Beides stützt nur die Scheinwelt, in der Betroffene sich bewegen und ermöglicht ihnen, das problematische Verhalten beizubehalten.
  • Viel wichtiger und hilfreicher ist es dagegen, dass Sie trotz der schwierigen Situation Ihre eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen verlieren und für sich und Ihr eigenes Wohlergehen sorgen, z.B., indem Sie sich selber Unterstützung holen.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter Bewältigungsstrategien und Soziale Unterstützung sowie im Modul 2 des Online-Programms EfA. Zum Online-Programm EfA gelangen Sie hier.